Bild: Anklam Quelle: Pixabay
zeichnet die Hansestadt Anklam als Energie‑Kommune des Monats Februar 2026 aus. Die Auszeichnung würdigt Kommunen, die wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz konsequent zusammendenken. Anklam zeigt, wie industrielle Transformation vor Ort gelingen kann – engagiert, innovativ und mit klarer Zukunftsperspektive.
Die rund 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Stadt im Nordosten Mecklenburg‑Vorpommerns arbeitet dabei eng mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. „Industrielle Kompetenz, Bioenergie und mutige Investitionen prägen die Aktivitäten der Energie‑Kommune des Monats“, sagt AEE‑Geschäftsführer Dr. Robert Brandt. „Anklam nutzt die Potenziale Erneuerbarer Energien und schafft damit neue wirtschaftliche Chancen für die Hansestadt.“
Besonders zwei Projekte stehen beispielhaft für diesen Weg: das Innovationsbündnis biogeniV und das Verbundkraftwerk Anklam, das sich aktuell in der Umsetzung befindet.
Ziel von biogeniV ist es, die regionale Bioenergie zu stärken und biogene Reststoffe nachhaltig für die Energieversorgung zu nutzen. Mehr als 40 Partner aus Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten gemeinsam daran, eine grüne Energieregion aufzubauen. Dabei sollen bislang ungenutzte biogene Reststoffe und biogenes CO₂ mithilfe erneuerbarer Energien künftig für nachhaltige chemische Grundstoffe und Kraftstoffe nutzbar gemacht werden. Das Bündnis leistet so einen wichtigen Beitrag zu Strukturwandel und Klimaschutz in der Region.
Ein weiterer zentraler Baustein ist das Verbundkraftwerk Anklam. Es wird geplant, überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien zur Erzeugung von grünem Wasserstoff zu nutzen. Perspektivisch sollen jährlich rund 20.400 Tonnen Wasserstoff produziert werden. Dieser wird unter anderem zu grünem Methanol weiterverarbeitet. Die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme soll zusätzlich genutzt werden, etwa für die Wärmeversorgung.
In einer ersten Ausbaustufe entsteht bis Anfang 2027 eine Elektrolyseanlage mit 20 Megawatt Leistung. Langfristig ist ein Ausbau auf bis zu 240 Megawatt vorgesehen. Das dafür benötigte biogene CO₂ stammt aus der Region. Neben neuen Arbeitsplätzen schafft das Projekt die Grundlage für weitere Industrie‑ und Forschungsansiedlungen. Auch in der kommunalen Wärmeplanung spielt die Nutzung industrieller Abwärme eine wichtige Rolle.
Anklam zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial entsteht, wenn Kommunen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam an der Energiewende arbeiten. Die Stadt verbindet Klimaschutz mit wirtschaftlicher Entwicklung und wird damit zu einem Vorbild für andere Regionen in Deutschland.
Projekte wie in Anklam zeigen, dass die Energiewende vor Ort klare Konzepte, starke Partnerschaften und eine strategische Umsetzung braucht. Genau hier setzen wir an: Wir begleiten Kommunen, Unternehmen und regionale Akteure dabei, innovative Energie‑ und Transformationsprojekte erfolgreich zu planen und umzusetzen.
Damit Projekte wie in Anklam erfolgreich entstehen und wachsen können, braucht es mehr als gute Ideen – entscheidend sind belastbare Netzwerke. Genau hier setzen die KEEN Netzwerke an, von denen auch Anklam ein Teil ist. Wir verbinden Kommunen, Unternehmen, Wissenschaft und Projektentwickler und schaffen Räume, in denen aus Einzelvorhaben tragfähige regionale Lösungen werden. Durch den Austausch von Erfahrungen, Wissen und konkreten Projektansätzen unterstützen wir Akteure dabei, die Energiewende wirtschaftlich sinnvoll und praxisnah umzusetzen.